• Roger Lustenberger

Oh deer...

Als langjähriger Hundehalter bin ich seit eh und jeh schon in den frühen Morgenstunden unterwegs. D.h. in der Regel mache ich mich um 05.30 Uhr auf den Weg und bin nach einer Stunde wieder zu Hause. Dabei über- und durchquere ich Feld- und Waldabschnitte und bin so direkt am Puls unserer heimischen Natur, welche wir sozusagen direkt vor der Haustüre haben. Jetzt wo, die Tage langsam wieder länger werden, erwacht auch die Natur wieder zusehends. Besonders schön in den letzten Wochen waren die Waldkauzrufe. Ich hatte sogar das Glück einem Waldkauzpaar 2 mal zu begegnen. Leider war es jedoch zu dunkel, diese zu fotografieren. Trotzdem war ich jeweils den ganzen Tag wie verzaubert. Ich habe es mir zum Projekt gemacht, mich weiter mit diesen wunderbaren Raubvögeln zu beschäftigen. Literaturen habe ich mir zumindest schon genügend angeschafft :-).


Ich begegne auch regelmässig Füchsen und Rehen. Letztere habe ich in den letzten Monaten wieder öfters gesehen. Dabei hat es mir ein Rehbock besonders angetan. Dieser zeigte sich jeweils ziemlich gelassen ob unseren Begegnungen und er schien genau zu wissen, solange wir Menschen uns auf dem offiziellen Waldweg befinden, wir für ihn keine potentielle Gefahr darstellen. Leider war Anfang Dezember die alljährliche Jagd in unserem Gebiet und ich sah den Rehbock seither für Wochen nicht mehr. Ich befürchtete bereits das Schlimmste.


Doch vor gut 3 Wochen tauchte er plötzlich wieder auf und seither treffe ich ihn wieder regelmässig auf meinen Spaziergängen (besonders auch abends vor der Dämmerung). Der richtige Zeitpunkt, um mir ein Foto-Projekt daraus zu machen, dachte ich mir. So nahm ich einige Anläufe, bis es dann am letzten Montag abend geklappt hat. Als ich zu "meinem Spot" kam, lag er bereits direkt am Waldrand auf der Wiese. Lange tat sich nichts. Die Sonne verschwand bereits hinter dem Horizont und ich befürchtete schon, dass es für gute Fotos bereits zu dunkel ist, als der Rehbock sich plötzlich auf die Beine machte und in meine Richtung kam. Klick, klick - die ersten Bilder sind im Kasten. Er scheint mich gewittert zu haben, geht aber auf dem offenen Feld in sicherer Distanz langsam an mir vorbei und so betätige ich den Auslöser noch einige Male. Er bleibt ab und zu stehen um mit seiner Nase zu Erkunden, was sich wohl komisches, getarntes am Waldrand befindet. Ich getraue mich kaum zu atmen. Etwas später erreicht er dann den "sicheren" Waldrand und verschwindet lautlos im dunklen Dickicht.






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